Tommys Tour 2019

Radreisen bzw. Radtouren über mehrere Tage mit Übernachtungen sind total in, nur an mir ist das bisher total vorbeigelaufen. Ich habe tatsächlich noch nie irgendwo oder irgendwann bei einer Radtour übernachtet. Ich bin (war) also tatsächlich der reine Tagestourtyp. Das wolle ich ändern.

Frau musste nach zwei Wochen Urlaub wieder arbeiten, ich hatte noch eine Woche Urlaub, also bot sich das an.

Viel Reisetipps hatte ich vorher nicht gelesen; zu viele unterschiedliche Meinung über Art, Menge und Anbringung von Gepäck, zu viele unterschiedliche Radtouren mit Zelt, Bed &Bike Übernachtungen oder sogar Gepäckservice rumoren im Internet. Deshalb hieß es für mich learning by doing. Vier Tage mit drei Übernachtungen sollten nicht die größte Herausforderung sein, jedoch hoffte ich auf nützliche Erfahrungen und einen guten Lerneffekt.

Gar nicht so einfach alles vermeintlich Notwendige an Ausrüstung dabeizuhaben und gleichzeitig das Gewicht des Gepäcks im Rahmen zu halten. Was alleine so ein paar Klamotten wiegen ist schon erschreckend.

Die Frage nach den richtigen Reifen habe ich mir auch nicht leicht gemacht, entschied mich dann aber für den Continental Grand Prix 4 Season in 32mm. Ein Straßenreifen, aber mit gutem Pannenschutz, der auch kleine Schotterwege wegsteckt.

Meine 4Tages-Tour sollte mich über Minden, Rinteln, Bramsche und Oldenburg wieder nach Hause bringen. Geplant hatte ich die einzelnen Tracks mit Komoot, abgefahren wurde alles mit dem Garmin Edge 1030.

Etappe 1 – Von Harsefeld nach Minden

Mein Etappenziel sollte Minden oder, das ein paar Kilometer weiter entfernte, Hausberge bei Porta Westfalica sein. Das war mit einer Entfernung von um die 160 km schon nicht wenig, aber ich hatte keine Lust in irgendeinem Nest vorher zu übernachten. Außerdem wäre dann die Etappe am folgenden Tag zu groß geworden und ich wollte auf meine kleinen Zwischenziele bei der 2. Etappe auf keinen Fall verzichten. So plante ich auch einen ziemlich direkten Weg, der mich aber auch viel zu viel an Hauptstraßen entlang führte. Das würde ich wahrscheinlich so nicht wiedermachen, denn der Autoverkehr an den Hauptstraßen ist einfach zu nervig, man sieht zu wenig von der Landschaft und die sogenannten Radwege sind ein echtes Desaster. Der Asphalt für die Autos, die ja kaum gefedert sind, wird immer wieder schön neu gemacht und der Radweg bekommt eins dieser bekloppten Schilder.  Zu oft habe ich an diesem Tag, aufgrund des Zustandes mancher Radwege oder auch der Verkehrsführung, mit dem Kopf geschüttelt, mir aber dann gesagt, scheißegal, beste Leben 😀

Bei der Länge einer solchen Etappe bleibt auch zu wenig Zeit für ausgedehnte Pausen. Mein Tempo war eher gemütlich und entspannend, das ist nun mal meine Art des Radfahrens. Zwar hielt ich ab und zu an um ein Foto zu machen oder mir irgendwelche Dinge oder Landschaften genauer anzuschauen, aber ich wollte auch nicht erst in der Nacht ankommen. So  blieb ich meist auf dem Rad und hatte am ersten Tag nach 165 km eine Bewegungszeit von 7 Stunden und 40 Minuten.

Mein Weg führte mich über Verden, wo ich die Aller überquerte. Kurze Zeit später war es dann die Weser bei Schweringen. Zu meiner freudigen Überraschung mit einer Fähre. Das fand ich toll. Wie meinte die Fährfrau so treffend; eine private Kreuzfahrt für 2 Euro 😀 Die Nähe von Wasser bei einer Radtour finde ich immer besonders toll. Leider überquerte ich die Flüsse hier erst mal nur.

Hinter Nienburg, das ich umfuhr, gönnte ich mir Kaffee und Kuchen in Liebenau. Das war eine Mischung aus Tante Emma Laden und Cafe. Sah irgendwie komisch aus, war aber sehr nett und Kaffee und Kuchen schmeckten gut. Hinten war auch schon gedeckt, vielleicht für die Landfrauen, die dann auch nach und nach eintrudelten. Ein offenes Cafe zu finden war übrigens gar nicht so einfach. Auf den Dörfern hat irgendwie jeder Bäcker und jedes Cafe wohl nur kurz am Morgen und kurz am Nachmittag geöffnet. Google Maps sei Dank, hatte ich aber ja noch was gefunden.

Hinter Petershagen kam ich dann auch endlich an die Weser und konnte dort ein gutes Stück direkt an der Weser fahren. Das war klasse. Dort entschied ich mich dann auch für das Ziel Minden, da ich dort bei der ADFC-App Bed&Bike eine schöne Unterkunft direkt am Marktplatz gefunden hatte. Ich hatte nämlich mittlerweile guten Kohldampf und war mir ziemlich sicher, dass ich am Marktplatz in Minden nicht lange nach einer Essgelegenheit suchen musste. Der Weg bis Minden war auch wieder sehr schön und ich fand das Hotel relativ schnell. Zu meiner Überraschung hatten sie aber kein Einzelzimmer mehr. Oh ne, jetzt noch was anderes suchen, dazu hatte ich überhaupt keine Lust mehr. Glück gehabt, weil ich Radler war (veilleischt auch wegen meine schöne blaue Augen 😀 ) bekam ich das letzte Doppelzimmer zum Spezialpreis.

Schöne heiße Dusche und dann typische Radlernahrung aus Burger (groß), Pommes und Salat (klein). Sorry, aber ich halte von dieser Gumminahrung für Radfahrer überhaupt nix. In meinen Flaschen war während der gesamten Tour auch ausschließlich Leitungswasser.

Etappe 2 – Von Minden über Porta Westfalica, Bückeburg, Rinteln, Lübbecke nach Bramsche

Nach einem sehr guten Frühstück ging für mich der Weg früh um 07:20 erst mal hoch zum Kaiser-Wilhelm Denkmal an der Porta Westfalica. Tolles Licht und eine wunderbare Ruhe machten die Anstrengung der Steigung schnell vergessen. Das war schon mal ein sehr schöner Start in den Tag.

Entlang der Weser Richtung Bad Oeynhausen machte ich mich dann auf den Weg zu meiner ehemaligen Arbeitsstätte in Porta Westfalica, einem LTB für Kolbenschüttler, der aber schon seit langer Zeit den Besitzer und Namen gewechselt hatte. Blöd nur, dass man ab und zu über die Weser muss und die Fähre, die ich eigentlich nehmen wollte erst in über 2 Stunden fahren wollte. Na prima. Da ich wieder eine große Etappe vor mir hatte, konnte ich mir große Zeitverzögerungen nicht leisten. Also Navi an und den Garmin gefragt. Puh, der wusste zum Glück einen Weg ohne einen wahnsinnig großen Umweg fahren zu müssen.

Am Flugplatz beim LTB wurde ich dann auch gleich angeranzt, was ich denn auf einem privaten Firmengelände zu suchen hätte. Meine Güte, einige Läden ändern sich auch nie, egal wie oft der Besitzer wechselt; die Stinkstiefelmentalität wird da wohl immer erhalten bleiben. Mir egal, ich machte mich wieder auf den Weg. In Hausberge (Hauptstadt von Porta Westfalica) deckte ich mich mit drei Brötchen ein. Um nach Bückeburg zu kommen musste ich einmal über das Wesergebirge. Puh, das war die zweite heftige Steigung am Tag und der Weg über das Gebirge war nicht gerade ideal für meine Straßenreifen. Dafür war das Wetter wieder sehr schön und ich befreite mich von der langen Hose und den Armlingen.

In Bückeburg angekommen fuhr ich zumindest am schönen Schloss vorbei, aber aus Zeitgründen und der Masse an Touristen dort, fuhr ich gleich weiter nach Rinteln. Ist schon irgendwie ein komisches Gefühl, nach so langen Jahren an seiner alten Arbeits- und Wohnstätte vorbeizufahren, aber ich habe da kaum etwas wiedererkannt und Sehnsucht kam da bei mir auch nicht auf. An Rinteln hatte ich noch schöne Erinnerungen an die große Weserrunde vom letzten Jahr, aber die Zeit saß mir im Nacken und ich musste weiter Richtung Bramsche. Dort hatte ich das große Glück, dass mich mein alter Kumpel Shorty zu sich nach Hause eingeladen hatte, darauf freute ich mich schon.

Mein Weg sollte mich nochmal an die Weser bei Bad Oeynhausen bringen, da ich quasi eine Runde über Rinteln gedreht hatte. Dazu musste ich aber wieder mal über die Weser. Und irgendwie hatte ich an diesem Tag kein Glück mit den Fähren. Als ich dann endlich an der kleinen Fähre stand fuhr diese Aufgrund von Niedrigwasser nicht. Na ganz toll. Jemand meinte dann zu mir, Rinteln oder Vlotho, andere Möglichkeit gibt es nicht. Also nach Vlotho. Das war jetzt zum Glück auch kein großer Umweg und ich brauchte auch nicht mehr über die Weser.

Durch den Teutoburger Wald ging es dann Richtung Lübbecke über das Wiehengebirge. Die Steigung hier machte mir langsam zu schaffen, denn mit den langsam anrollenden Regenwolken wurde der Wind immer stärker und der kam exakt von vorne. 50 km vorm Ziel kam dann der Regen. Erst nur leicht und dann immer stärker. Und der Wind sagte sich, ach, wenn der Regen schon stärker wird, dann kann ich das auch.

Mein Track sollte mich eigentlich am Mittellandkanal entlangführen, aber ich entschied mich auf Asphalt zu bleiben und wählte per Navi eine etwas kürzere Route. 10 km vorm Ziel hätte ich eigentlich auch in den Mittellandkanal springen können, so gallerte der Regen von oben. Problem; der Touchscreen meines Garmins reagierte auf die starken Regentropfen und flippte immer wieder aus. Ich dachte nur, Alter, lass mich jetzt nicht alleine. Shorty wohnte nämlich hinter Bramsche in Achmer, und weiß der Geier wo das ist. Die Fahrt gegen Wind und Regen war mittlerweile ein Kampf und meine Knie nahmen mir das mittlerweile auch schön übel. Das war nicht gut.

Um 18:20 Uhr, nach einer reinen Fahrzeit von 8 Stunden und 50 Minuten kam ich nach 168 km und, für mich als Flachlandtiroler, satten 1.250 Höhenmetern in Achmer an. Alter Schwede, was war ich froh, dass Shorty mich in Empfang nahm und ich mir nicht noch eine Unterkunft suchen musste. Oder schön nass ins 1-Mann Zelt kriechen. Dusche, Bier und dann ab zum Italiener. Auf den letzten 20 km hatte ich eh nur noch an die Pizza und das Alsterwasser gedacht 😀

Die leeren Speicher wurden dann bei Shorty mit „eins geht noch“ aufgefüllt 😀 Das war ein toller Abend bei Shorty und seiner Frau Renate. Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt.

Etappe 3 – Von Bramsche nach Oldenburg Part 1

Morgens wurde noch fix die Kette geölt und dann verabschiedete ich mich von meinen beiden lieben Gastgebern Richtung Oldenburg – dachte ich. Ich schaute auf meinen Garmin und folgte dem Track. Noch gab es ein paar dunkle Wolken, aber es bleib trocken. Und wie schön, mein Track führte mich doch noch am Mittellandkanal entlang, den ich ja am Vortag ausließ. Und es wurde noch besser, denn der Wind hatte wohl leicht gedreht und ich fuhr mit Rückenwind. Ui, das war großartig am Mittellandkanal, meine Laune war super.

Irgendwann musste ich dann den Mittellandkanal verlassen  und schob mein Rad an einer Brücke hoch. Ich war laut Garmin on Track, wollte aber in Komoot nochmal genau nachschauen, wo ich eigentlich bin. Ups, da passte was nicht. Laut Komoot war ich nicht on Track, sondern 15 km östlich vom Track entfernt. Kopfkratz, oh shit, nun wurde es mir klar; ich hatte noch den Track von gestern geladen und fuhr gerade wieder Richtung Porta Westfalica. Und da ich gestern auf den letzten 30 km den Navi zugeschaltet hatte und somit nicht dem Track am Mittellandkanal folgte, fiel mir das am heutigen Tag natürlich nicht sofort auf. Okay, nach Bramsche wollte ich nicht zurück, also wählte ich im Navi Bersenbrück aus, das auf meinem Track in Richtung Nordwest lag. Bereut habe ich diesen Umweg nicht, denn das Stück am Mittellandkanal war große Klasse und ich bin froh, dass ich mich kurz verfahren hatte.

Mein Ziel war heute Oldenburg und übernachten wollte ich bei meinen Schwiegereltern. Mit 125 km sollte die Etappe deutlich kürzer werden, worüber ich nicht unglücklich war, denn meine Knie spürte ich vom Vortag doch deutlicher als mir lieb war. Da der Wind seitlich blies und nicht besonders stark war und ich ein gemütliches Tempo fuhr, war das aber glücklicherweise kein großes Problem.

Mein erstes Zwischenziel war die Thülsfelder Talsperre. Da hatte ich früher ein paar schöne Zeiten erlebt und es bot sich bei der Kürze der Etappe an, dort mal vorbeizuschauen. Ui, da hatte sich einiges an der Talsperre getan, aber es ist immer noch ein sehr schöner Ort.  Mir hat die Landschaft im Oldenburger Land eh sehr gut gefallen.

Von der Tühlsfelder Talsperre ging es für mich zum Küstenkanal. Zwischendurch rief mich jedoch meine Schwiegermutter entsetzt an, dass sie bis 16:30 Uhr das Haus verlassen müssten, da sie auf dem naheliegenden Fliegerhorst eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden hatten. Außerdem hatte sie extra für mich eine Putenoberkeule machen wollen, auf die ich nun leider verzichten musste. Nein, keine Sorge, ich bin an dem Abend nicht verhungert 😀

Das Stück am Küstenkanal war wieder sehr schön, aber z. B. komplett anders als am Mittellandkanal. Am Küstenkanal verläuft eine, vom Autoverkehr, sehr stark frequentierte Straße. Glücklicherweise gibt es auf der anderen Kanalseite eine ruhigere Straße.

Die Strecke hatte ich auch so gewählt, um an meiner alten Grundschule vorbeizukommen und so ein wenig durch die Gegend zu kommen, wo ich früher als Kind viel gespielt hatte. Ja, hat sich viel verändert, aber ich habe auch viel wiedererkannt.

Quer durch Oldenburg ging es dann zu meiner Schwägerin, die knapp außerhalb des gesperrten Gebietes wohnt. Dort waren bereits meine ausgesperrten Schwiegereltern und der Rest der Familie, die im gesperrten Gebiet wohnten. Lecker Essen holte meine Schwiegermutter, lecker Trinken gab es vom Schwager und nette Leute gab es kostenlos dazu. Also ich hatte an der Bombenentschärfung am wenigsten auszusetzen.

Etappe 3 – Von Bramsche nach Oldenburg Part 2

Gegen 22:30 Uhr war die Bombe endlich entschärft und ich konnte zum Etappenziel radeln, 800 Meter bis zu meinen Schwiegereltern 😀 Die Knie bekamen nochmal eine Portion Voltaren und dann ging es ab in die Falle.

Etappe 4 – Von Oldenburg nach Hus 🙂

Eigentlich wollte ich wieder früh los, aber ohne ausgiebiges Frühstück ließ mich meine Schwiegermutter nicht aus dem Haus, so dass ich erst um 09:40 Uhr wieder on Track war. Ich sollte auch nur zum Mittag bleiben und die Putenoberkeule verspeisen, aber ich musste das ablehnen, da ich ja nicht erst gegen Mitternacht zuhause sein wollte.

So verlief mein Track erst Mal quer durch die Oldenburger City zum Stau (Hafen). Oldenburg war mal früher eine Vorzeigestadt für Radverkehr. Auf mich machten die Radwege und die Verkehrsführung allerdings den Eindruck, dass sich da in den letzten Jahren nicht viel weiterentwickelt hat.  Eigentlich hatte ich mich auch auf Rückenwind aus westlicher Richtung gefreut, aber der Wind ist bekanntermaßen tätowiert und kriminell und hat sich über Nach überlegt einfach mal auf NordNordWest zu drehen. Schönen Dank auch, HUAN.

Am Hafen überquerte ich die Hunte über die Eisenbahnbrücke. Die Eisenbahnbrücke fand ich schon als Kind faszinierend, daran hat sich nix geändert. Mein Weg führte mich weiter auf schönen Wegen durch die Huntewiesen. Leider sieht man von der Hunte nicht viel, da der Radweg von der Hunte durch einen kleinen Deich getrennt ist, aber manchmal kann man einen kleinen Blick erhaschen. Die Landschaft dort ist grandios.

Dann ging es in Berne mit der Fähre über die Weser und auf der anderen Seite erst mal wieder ein schönes Stück an der Weser und der Lesum entlang. Den Verkehr in Vegesack hätte ich ja gerne gemieden, aber das war der Weg zu der Wümme, die ich unbedingt mit in meine Tour einbauen wollte. Der Weg nach Fischerhude an der Wümme entlang und durch die Borgfelder Wümmewiesen ist wirklich wunderschön. Besser kann man Bremen nicht umfahren.

In Fischerhude gab es dann Kaffe und Kuchenpause. War lecker, lag mir aber während der restlichen Tour irgendwie schwer im Magen.

Das restliche Stück bis nach Hause sah ich eher als Transitstrecke. Abgesehen von den Wümmewiesen finde ich die Landschaft zwischen Bremen und Harsefeld nicht wirklich prickelnd. Ja, es gibt ein paar schöne Moore, aber das ist nix fürs Tourenrad.

Nach 138 km und eine Fahrzeit von 6 Stunden und 30 Minuten war ich dann wieder Zuhause. Insgesamt kam ich an den 4 Tagen auf 597 km. Gute Erfahrungen habe ich gemacht und lehrreich war es auch. Solch eine Tour werde ich auf jeden Fall wiederholen.

Was ich jedoch anders machen würde:

  • Kürzere Etappen. Nein, von der Kraft und Ausdauer waren die Etappen über 160 km kein Problem, jedoch blieb mir zu wenig Zeit um an gewissen Orten etwas länger und ausgiebiger zu verweilen.
  • Hauptstraßen meiden. Jupp, als Transferstrecke und um schnell voranzukommen sind die Radwege an Hauptstraßen gut geeignet, aber der Autoverkehr nervt und von der Landschaft bekommt man nur einen Bruchteil mit. Hat auch mit Entspannung nicht viel zu tun. Also beim nächsten Mal würde ich noch besser planen, um diese Straßen zu meiden, auch wenn das mehr Kilometer oder Zeit kostet.
  • Dickere Reifen mit mehr Profil. Die Conti GP 4 Season waren nicht schlecht und auf Radwegen war ich damit gut und flott unterwegs, aber nicht alles was als Radweg definiert wird, hat diesen Namen auch verdient. Zu oft musste ich über Feld- und Waldwege fahren, wo mir der Grip fehlte. Schotterwege, wo ich beim Anblick der Steine schon das leichte P in den Augen bekam, waren auch keine Seltenheit. Auf schlechten Radwegen sind die Reifen auch nicht besonders komfortabel. Also beim nächsten Mal breiter, mehr Profil und weniger Luftdruck.
  • Ein paar Schuhe. Die Entscheidung mit Klickis zu fahren war gut, allerdings sind meine Klickschuhe nicht für längere Spaziergänge geeignet, deshalb hatte ich noch ein leichtes Paar Nike Free dabei. Hier würde ich mir für die Zukunft ein Klickschuh holen, mit dem man auch am Abend Essen gehen kann.

Wo ich mir noch unsicher bin:

  • Unterkunft vorher buchen? Eigentlich war das für mich vorher keine Frage; da ich flexibel sein wollte, hatte ich vorher nix fest gebucht. Außerdem fuhr ich in der Nachsaison und die ADFC-App Bed&Bike hat immer mehrere Übernachtungsmöglichkeiten parat. Aber dass ich in Minden das letzte Zimmer erhalten hatte, hat mich schon etwas erschreckt. Und wenn ich mir vorstelle, dass ich am Ende der zweiten Etappe so plitschnass noch auf Zimmersuche hätte gehen müssen, dann komme ich doch echt ins Grübeln.
  • Weiter mit 2 Taschen am Gepäckträger? Ich bin damit relativ gut zurechtgekommen. Das Rad fuhr stabil, aber insgesamt waren es auch nur 16 Kilo, die ich dabei hatte. Und halt nur 4 Tage. Als Zusatz könnte ich mir jetzt am ehesten noch 2 Vorderradtaschen vorstellen.
  • Mehr Klamotten oder mehr waschen? Wie schon weiter oben beschrieben, haben selbst leicht Funktionsklamotten ordentlich Gewicht. Das Waschen am Abend war auch nie das Problem, sondern das Trocknen dieser Klamotten. Selbst schnelltrocknende Funktionsklamotten brauchen ihre Zeit.

Was ich gut gemacht habe 🙂

  • Das Rad war ideal. Flott und relativ komfortabel.
  • Gutes Regenzeug. Regenjacke, lange Hose und Überschuhe hatte ich dabei und nicht bereut.
  • Ein Garmin Edge, und diesen auch ausreichend bedienen zu können, ist Gold wert. Spart Zeit und Nerven.

Die nächste Tour kann kommen 🙂

Thomas Tremmel